Verbraucherschutz: Vorsicht!!! Münchener Anwältin setzt Surfer unter Druck

Massenhaft Mahnungen erhalten zur Zeit Verbraucher in Baden-Württemberg von einer Anwältin aus München. Darin fordert sie Verbraucher auf, innerhalb von zehn Tagen die Rechnung eines Internetanbieters zu begleichen. Begründet wird die Forderung mit einem nicht bezahlten Dienstleistungsvertrag im Internet. Zusätzlicher Druck wird in dem Schreiben durch einen Hinweis auf einen möglichen Eintrag bei der Schufa ausgeübt. Die Verbraucherzentrale rät, sich durch die Mahnung nicht einschüchtern zu lassen und sich zu wehren.

Vermeintlich harmlose Anmeldungen auf Internetseiten enden häufig mit einer bösen Überraschung: Dubiose Anbieter schicken kurz danach Rechnungen, in denen ein Vertragsabschluss behauptet wird. In den meisten Fällen ist aber dabei überhaupt kein gültiger Vertrag zustande gekommen. Dennoch lassen unseriöse Anbieter nichts unversucht, um Surfer zur Zahlung zu bewegen. Derzeit fallen der Verbraucherzentrale die massenhaft versandten Schreiben einer Anwältin aus München auf, die Nutzer von Internetseiten zur Routenplanung, zu Gedichten, zur Berufswahl oder zur Hausaufgabenhilfe von Anbietern wie NetContent Ltd. und Online Service Ltd. mit ihren Schreiben massiv unter Druck setzt. Brigitte Sievering-Wichers von der Verbraucherzentrale: „Betroffene sollten sich durch das Mahnschreiben aus München nicht einschüchtern lassen. Keine der uns bisher vorliegenden Unterlagen belegen einen gültigen Vertragsabschluss. Daher sehen wir keine Zahlungspflicht. Auch vom Hinweis auf einen Schufa-Eintrag muss man sich nicht einschüchtern lassen. Gegen einen unberechtigten Eintrag könnten sich Verbraucher auch rechtlich wehren.“

Die Verbraucherzentrale bietet Betroffenen Unterstützung und einen Musterbrief an. Wer montags bis donnerstags zwischen 10 und 18 Uhr beim Beratungstelefon unter der 0900-1-77 444 1 (1,75 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz, aus den Mobilfunknetzen höhere Preise möglich) anruft, bekommt ihn ohne weitere Kosten zugeschickt.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

[Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vom 02.04.2008]